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Geschrieben von Flow am 23.03.2016 um 22:15:

  Welcher Lack für Kunstköder?

Moin,

als ich heute mein Getackel für den kommenden Küstentrip am Wochenende zusammengesucht habe fiel mir eine Schachtel mit div. Küstenfundstücken bzw. abgenutzen Meerforellenblinkern, Küstenwobblern, Spökets (bei denen sich durch die Brandung jeglicher Lack abgeschliffen hat) etc. in die Hände. Diese haben sich im Laufe der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes angesammelt und irgendwie hat es mich schon immer gereizt sie nach meinen Vorstellungen/Dekoren zu gestalten und wieder fischbar zu machen.
Professionelle Ausrüstung zum Lackieren scheidet aus. Sprühen macht sinn also habe ich schonmal auf die tollen Sprühdosen/Effektlacke auf Acrylbasis im Baumarkt geschielt. Die Fragen an die Lackspezis:
- Kann man das dafür nehmen?
- Hält das?
- womit Grundieren (überhaupt notwendig) ?
- Ist eine Klarlackschicht als finish erforderlich?
- Hat zufällig jemand ähnlich gelagerte Erfahrungswerte?

Besten Dank vorab für Eure Hilfe !



Geschrieben von MeFo-Schreck am 24.03.2016 um 08:12:

  RE: Welcher Lack für Kunstköder?

Ich bin kein Lack-Spezi aber ich habe sowas auch schon mal gemacht.
Am haltbarsten sind Lacke die für den Gebrauch an Autos (sowohl Metall als auch für Kunststoff wie an Stossfängern) gedacht sind.
Eine weisse Grundierung mit Haftgrund sorgt für guten Halt des Lacks und gerade bei hellen Lackierungen für entsprechende "Leuchtkraft".
Eine Klarlackschicht als Abschluss ist nicht unbeding nötig aber erhöht die Haltbarkeit deutlich!
Bei Metallködern (Blinkern) ist die noch haltbarere Variante eine Pulverlackierung.
Dazu die Blinker im Backoffen auf 180-200°C erhitzen und dann mit Pulverlack entweder bestreuen (wie mit einem Salzstreuer) oder kurz in eine Gefäss mit Pulverlack tauchen und wenden.
Bei Kunstoffködern wie dem Spöket habe ich das noch nicht versucht, da ich mich nicht traute die entsprechend zu erhitzen.



Geschrieben von sepp73 am 24.03.2016 um 09:38:

  RE: Welcher Lack für Kunstköder?

Servus!
Der Sprühlack ausm Baumarkt ist wie der Axel ja schon schreibt, durchaus verwendbar, ohne entsprechende Vorarbeit wie sauberes abschleifen, entfetten und grundieren wird das zeug nicht lange halten.
Zum Schluss muss jedenfalls eine, besser mehrere Schichten Klarlack drüber, sonst fliegt dir die Farbe bereits nach den ersten Würfen wieder ab.
Besser wäre die ebenfalls vom Axel schon erwähnte Pulverbeschichtung, wobei auch diese bei öfterem Kontakt mit Steinen und so Zeugs irgendwann abblättert (siehe auch Bleiköpfe für Gummi, das zeug hält auch nie lang).
Das wohl ideale Verfahren (allerdings auch das aufwändigste wenn man dafür nicht ausgerüstet ist oder keinen kennt der das professionell macht) wäre eine Kunsttoffbeschichtung wie sie z.B. bei Auto- und Motorradfelgen und so zum Einsatz kommt.
Dabei wird das Werkstück unter (Gleich-)Strom gesetzt und das Lackpulver wird entgegengesetzt geladen aufgesprüht. Durch die sich anziehenden Ladungen wird das Werkstück so extrem gleichmäßig mit einem sehr festen und zähen Kunsttoffüberzug versehen, der dann sogar besser hält, als die herstellerseitige Farbe.
Leider kenne auch ich keinen Betrieb, der mir mal schnell n paar Blinker oder Pilker so veredelt, sonst hätt ich das schon lange ausprobiert...;-)
Gruss, Sepp



Geschrieben von MeFo-Schreck am 24.03.2016 um 09:44:

  RE: Welcher Lack für Kunstköder?

Zitat:
Original von sepp73
Servus!
Der Sprühlack ausm Baumarkt ist wie der Axel ja schon schreibt, durchaus verwendbar, ohne entsprechende Vorarbeit wie sauberes abschleifen, entfetten und grundieren wird das zeug nicht lange halten.

Das ist natürlich sowieso Vorraussetzung! Daumenhoch3



Geschrieben von Fr33 am 24.03.2016 um 12:04:

 

Moinsen,

finde solche Recycling Projekte immer wieder toll. Die besten Ergebnisse bekommt man mit Airbrush hin. Hab schon Wobbler so gerettet .... als Schuppemuster einfach ein Stück Zwiebelnetz etc. drauf gespannt und gesprayed....

Die Sache mit dem Klarlack. Da schiele ich immer etwas auf die Hardbait Bauer... die nehmen eig nur 1K oder 2K Bootslack in Transparent. Alles aus der "normalen" Dose im Baumarkt zum sprayen schein zu schnell kaputt zu gehen....



Geschrieben von Flow am 24.03.2016 um 13:19:

 

Schonmal besten Dank für Eure Überlegungen / Anregungen. Schleifen & Entfetten versteht sich von selbst. Um eine Grundierung werd ich also wahrscheinlich nicht drumherumkommen, Farbe drauf und als Endschicht in Richtung Bootslack.

Vielleicht kommt ja noch die eine oder andere (Produkt-)Empfehlung.



Geschrieben von chrischan am 25.03.2016 um 10:44:

 

Zitat:
Original von Flow

Vielleicht kommt ja noch die eine oder andere (Produkt-)Empfehlung.


Moin,

Die haltbarste Variante wird sicherlich ein mehrschichtiger Lackaufbau mit einem Autolacksystem sein. Ich habe mir inzwischen die hier oft empfohlenen Produkte von Mipa
angeschafft.
Zum Glück habe ich einen Lackhändler vor Ort, der mir auch 100ml Gebinde abfüllt.
Ohne Grundierung hält jedoch auch die 2K-Farbe nicht auf dem blanken Metall.

Die Pulverbeschichtungen in Eigenregie haben mich nicht wirklich überzeugt, da ich keine glatte Oberfläche hinbekommen habe.

Eine weitere Möglichkeit für Blech wäre mit relativ geringem Aufwand noch das Verkupfern und Vernickeln. Selbst mit einem Steckernetzteil ist dies möglich und wenn ich mich nicht irre, dann sind doch z.B. die kupferfarbenen Möre Silda top.


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